Woher kommt der Name Marmelade

Für mich ist alles Marmelade, doch es soll Unterschiede geben

Marmelade Regal

"Schatz, gibst du mir bitte mal die Marmelade?"

"Meinst du die Marmelade, die Konfitüre, den Gelee oder den Fruchtaufstrich?"

Diese Szene spielt sich jeden Tag Millionenfach an deutschen Frühstückstischen ab. Na ja nicht wirklich...
In Deutschland weiß jeder genau was gemeint ist, wenn man "Himbeer Marmelade" sagt. Doch streng genommen handelt es sich dabei um "Himbeer Konfitüre". Seit 1982 gibt es folgende Unterscheidung:

Komisch, dass die Papalade fehlt...
Dann gibt es noch das schöne Wort Fruchtaufstrich. Um es einfach zu machen hier ein Auszug aus dem Wikipediaartikel (Kopiert am 05.08.2013):

Der Fruchtaufstrich ist ein Brotaufstrich aus Zucker und eingekochten Früchten, der nicht in eine der in der EG-Richtlinie 2001/113/EG vom 20. Dezember 2001 über „Konfitüren, Gelees, Marmeladen und Maronenkrem für die menschliche Ernährung“ und in der deutschen Konfitürenverordnung festgelegten Kategorien fällt
http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtaufstrich

Alles klar?

Also ich werde mit der EU Verordnung nicht am Esstisch sitzen um die süßen Sachen in den Gläsern richtig zu benennen, für mich ist und bleibt das alles Marmelade.

Chutneys sind keine Fruchtaufstriche

Zu guter letzt gibt es noch die Chutneys. Da in letzter Zeit jeder irgendetwas exotisches kochen muss, wird der Begriff Chutney immer öfter für Fruchtaufstriche benutzt. Chutney kommt aus dem Indischen und bezeichnet Gemische, die zu Curry gereicht werden. Chutney ist also eine Art Soße. Meistens sind diese Soßen würzig, pikant-scharf aber auch süß-sauer. Mit süß-sauer könnte auch eine Zitronenmarmelade gemeint sein. Dennoch sind Marmeladen keine Chutneys, wobei die Grenze natürlich verwischen kann. Bei einem Himbeer-Chili-Schokoladen Gemisch, könnte ich nicht mehr sagen ob das jetzt ein Chutney oder eine Konfitüre ist.

1:1, 1:2, 1:3, 1:4 Gelierzucker und seine Bedeutung

Damit eine Marmelade überhaupt festwird und nicht so flüssig bleibt wie Beerensaft, braucht es ein Verdieckungsmittel. Jetzt könnte man natürlich Soßenbinder, das wird aber etwas fade schmecken. Deshalb greift man zum Gelierzucker. Dieser baut nach bzw. beim erhitzen ein Gerüst auf, an da sich die Marmelade heften kann. Beim Abkühlen bleibt dieses Gerüst bestehen und die Marmelade bleibt fest bzw. etwas fester. Gelierzucker hat noch die tolle Eigenschaft das es die Marmelade konserviert. Deshalb kann man die Marmelade noch 1 Jahr später essen, während die Himbeeren, die nicht zur Marmelade verarbeitet werden nicht mehr ganz so bekömmlich sind.

Die Zahlen 1:1 sind Verhätlnisse und geben die Bindkraft des Gelierzuckers wieder. Einige Früchte z.B. Johannisbeeren haben von sich aus eine Bindekraft. Deshalb kann man einen schwächeren Gelierzucker benutzen (oder man benutzt einen noch härteren und bekommt Beton-Marmelade). Das Verhältnis 1:3 sagt das 1 Bestandteil Zucker zu 3 Bestandteilen Frucht stehen z.B. 1 Gramm Zucker 3 Gramm Frucht. Also ist dieser Gelierzucker stärker als der Gelierzucker 1:2. Deshalb bekommen diese Gelierzucker von den Herstellern auch adjektive vorangestellt wie "extra" oder "super".

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